Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

8. Oktober 2017

Bereits zum 27mal konnten wir am 03. Oktober den Tag der Deutschen Einheit feiern. Für mich ist es immer noch ein ganz besonderes Ereignis. Ich wurde 1977 in Magdeburg, also in der ehemaligen DDR, geboren. Natürlich hatte ich eine glückliche Kindheit aber der Zwang zum kollektiven Wohlverhalten blieb auch mir nicht verborgen. Schlussendlich hatte ich, wie fast alle zu dieser Zeit, auch eine Funktion innerhalb des Systems übernommen. Natürlich nur eine sehr kleine und unbedeutende innerhalb meiner Schulklasse aber doch eine Funktion. Doch dann kam die friedliche Revolution von 1989/90. Aus wenigen die sich gegen das DDR-Unrechtssystem wehrten und demonstrieren wurden immer mehr und wir schulden Ihnen allen großen Dank für Ihre Einsatz und ihren Mut.

Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt gerade 12 bzw. 13 Jahre alt war bekam ich doch die besondere Stimmung im Land mit. Als die Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 dann formell vollendet wurde war dies ein ganz besonderer Moment für mich. Danach begann für viele Menschen aus der ehemaligen DDR die Zeit der Unsicherheit, der Neuorientierung und der Ungewissheit. Auch in meiner Familie gab es Fälle von langjähriger Arbeitslosigkeit. Bei allen Schwierigkeiten und Problemen die es immer noch gibt gehört die Wiedervereinigung Deutschlands wohl zu den glücklichsten Momenten der Deutschen Geschichte. Es wurde viel durch gemeinsame Anstrengungen erreicht aber es bleibt noch viel zu tun. Und, auch das muss ich selbstkritisch feststellen, wird es wohl noch eine Weile dauern bis die innere Einheit vollendet ist.

Ich bekam die Chance mein Leben selbst zu gestalten. Dazu gehörte mein Dienst in der Deutschen Bundeswehr, mein Eintritt in die CDU im Jahr 1996, auch weil Sie meiner Meinung nach als Partei und in der Person des verstorbenen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl die Partei der Deutschen Einheit ist, und noch vieles anderes. Heute kann ich als Mitglied des demokratisch und frei gewählten Landtages des Landes Sachsen-Anhalt das Privileg genießen an politischen Prozessen direkt mitzuwirken zu können.

Das meine Söhne die deutsche Teilung nur noch aus Geschichtsbüchern, Gedenkstätten und aus Erzählungen kennen lernen werden ist etwas Wunderbares.

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